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Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

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Das Wetter im Dezember

Der Dezember, der im meteorologischen Sinne ganz monatig zum Winter gezählt wird, hat das ungünstigste Monatsklima im Jahresablauf. Er weist allgemein die größte Häufigkeit an Nebel und Hochnebel, die meisten Niederschlagsstunden und den größten Anteil an tiefer Bewölkung und schlechter Sicht auf Der Lichtmangel. sowohl der Mangel an Sonnenschein als auch der Mangel an diffusem Himmelslicht, ist im Dezember am ausgeprägtesten. Westöstliche Temperaturgegensätze des noch warmen Atlantik und des bereits erkalteten osteuropäischen Festlandes und entsprechend starke Luftdruckunterschiede sind im Dezember die ausschlaggebenden Faktoren für den Wetterablauf Mitteleuropas. Aus der Witterungsvielfalt im Dezember heben sich zwei Großwetter‑Situationen in ihrer gegensätzlichen Auswirkung für Mitteleuropa besonders hervor: 1. Gesteigerte Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik mit dem Tiefdruckzentrum über Island, das seine Aktivität aus einer Verschärfung der Temperaturgegensätze von kaltem Labradorstrom und dem warmen Golfstrom herleitet und so den Zustrom milder Atlantikluft nach dem europäischen Festland in Gang hält und 2. ein erster Vorstoß des sibirischen Winter‑Hochs, das kalte Ostluft nach Mitteleuropa strömen läßt und hier zum Aufbau einer Hochdruckzone führt‑ in der durch Ausstrahlung in klaren Nächten die Temperaturen schon echt winterliche Werte aufweisen können.
Beträgt die durchschnittliche Häufigkeit von Westwetterlagen im Dezember 33%, so die von Hochdrucklagen 20% Sowohl diese beiden winterlichen Großwetterlagen mit verschieden gearteter Luftmasse wie auch jeder Luftmassenwechsel mit der häufig dabei zustande kommenden "Mischluft", der übelsten aller Luftsorten führen zu Schlechtwetter‑Erscheinungen, die im Dezember ihr Maximum aufweisen und besonders den Straßen‑ und Flugverkehr sehr stark behindern.
Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt im Dezember für Deutschland 1,5 °C, gemittelt aus 50jährigen Messergebnissen der 8 Großstädte, von denen Köln den wärmsten München den kältesten Dezember haben. Nur um 4.5 °C hegen das mittlere Temperatur Maximum von 3,7 °C und das Minimum von ‑0.8 °C auseinander Die Temperatur‑Extreme können zwischen 15 und -22°C schwanken gelegentlich im Alpenvorland bei Föhn an 20 °C heranreichen oder im Zuge eines Kälteeinbruches ‑20'C unterschreiten Die Zahl der Frosttage beträgt im Mittel in Deutschland 16; davon abweichend für Köln 10. für Berlin 1 7 und für München 25, wobei es an 3 bis 10 Tagen zu Dauerfrost kommen kann.
Die Dezember‑Sonne scheint in der Regel 35 bis 40 Stunden lang über Deutschland, wobei der Süden gegenüber dem Norden eine etwas günstigere Sonnenscheindauer aufweist. Besonders brilliert im Süden Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, im Dezember mit normal 100 Sonnenstunden. Im Dezember 1963 brachte er es sogar auf 189 Stunden Sonnenschein. Am reichlichsten scheint naturgemäß die Dezembersonne in Europa über den Mittelmeerländern, wo normalerweise Rom 113, Catania 144, Athen 140 und Toulon 134 Sonnenstunden aufweisen. Von den europäischen Hauptstädten haben Lissabon mit normalerweise 157 Stunden den meisten, Warschau und Moskau mit je 20Stunden den geringsten Dezember‑Sonnenschein. Ganz ohne Sonnenschein bleiben in Deutschland durchschnittlich 17 Dezembertage. Sonnenscheinärmster Tag des Jahres ist für Berlin der 28. Dezember, in 17 von 20 Jahren schien hier an diesem Tag die Sonne nicht. Die mittlere Bewölkungsmenge beträgt im Dezember 76% der sichtbaren Hirnmelsfläche.
Die Dezember‑Niederschläge, die je nach Höhenlage mehr als Regen oder Schnee fallen, sind gewöhnlich auf 17 Tage verteilt und summieren sich im Mittel der acht Städte auf 52 mm. Diese Summe weist den Dezember als niederschlagsreichsten Winter‑monat aus. Auch die Neigung zu mehr oder weniger ergiebigen Dauerniederschlägen (von mindestens 6 Stunden) ist im Dezember am ausgeprägtesten. Zwischen 10 und 150 mm können die Dezember‑Niederschläge im Flachland schwanken; Höchstmengen bis 250 mm können im Bergland, und hier besonders in Staulagen, erreicht werden. Sechs Tage mit Schneefall stellen im Dezember das Mittel der acht Großstädte dar. München mit 10 und Köln mit 4 weichen am meisten davon ab. Sofern die Erdboden‑Temperatur die in 5 cm Höhe in der Regel 1 bis 2 °C tiefere Werte aufweist als die Lufttemperatur in der Standard‑Meßhöhe von 2 m ‑ eine Schneeauflage zuläßt und nicht zum Schmelzen bringt, bleibt im ungestörten Gelände eine Schneedecke erhalten und zwar normal in Hamburg an 5, in Berlin an 8, in München an 13 und in Höhenlagen über 700 m wie etwa in Garmisch‑Partenkirchen, an 20 Dezembertagen. Als maximale Schneehöhen im Dezember gelten 21 cm für Hamburg und 39 cm für München. Zu Glatteisbildung, das heißt zu Regen auf gefrorenen Boden, kommt es im Dezember an 1 bis 2 Tagen. Gewitter werden in den Winttermonaten etwa alle 10 Jahre ein‑ bis zweimal beobachtet. Bemerkenswert ist das Datum des 30. Dezember, der als Tag mit der größten Niederschlags‑Wahrscheinlichkeit im Jahresverlauf gilt. Die relative Luftfeuchte von durchschnittlich 86% stempelt den Dezember zum feuchtesten Monat des Jahres, zwangsläufig mit häufiger Nebel‑ und Hochnebelbildung. Die übliche Anzahl der Tage mit Nebel (Sichtrückgang unter 1 km) beträgt für Hamburg und Berlin 7, für München 9, und geht im Bergland auf die Hälfte zurück. Zur Gefahr wird der Großstadt‑Nebel, wenn er bei zunehmender Luftverschmutzung zum "Smog" ausartet mit all seinen gesundheitlichen Auswirkungen. Der berüchtigte Londoner Dezember 1952 ist hierfür das eindrucksvollste Beispiel, wo während einer Smog‑Inversionslage die Gesamtsterblichkeit von normal 250 auf mehr als 800 Todesfälle pro Tag anstieg, was, auf 100000 Einwohner umgerechnet, einem Anstieg von 3,1 auf 10,0 Todesfälle entsprach.
Ein wertvoller Helfer im Kampf gegen die Luftverschmutzung ist der Wind, der regional unterschiedliche Häufigkeitswerte aufweist. So ist der Norden allgemein windreicher als der Süden Deutschlands. Auch im Dezember zeigen sich diese Unterschiede. Der Donauraum weist, gemessen in Regensburg, durchschnittlich 5 Tage mit böigen Winden von Stärke 6 auf, Berlin aber das Doppelte. Der Anteil an Windstille im Dezember beträgt in Hamburg 2, in Berlin 8, in München 24%.
Die sich verschärfenden Luftdruckdifferenzen zwischen dem europäischen Festland und dem Nordatlantik kommen in den beiden Dezember‑Mittelwerten von 10 15 hpa NN für Berlin und 998 hpa NN für Island zum Ausdruck.
Charakteristische Wetterlagen stellen sich auch im Dezember an bestimmten Daten bevorzugt ein. So ist im ersten Monatsdrittel mit einer 'Wahrscheinlichkeit von 80% mit einer Westwetterlage zu rechnen, bei der der Zustrom von atlantischer Meeresluft der Witterung in Deutschland ein überwiegend trübes und niederschlagsreiches Gepräge gibt. Passend hierfür der Kalenderspruch: "Sankt Nikolaus (6. 12) spült die Ufer aus". Im zweiten Dezemberdrittel herrscht zunächst die Neigung zu frostigem und trockenem Wetter vor. "Kommt die heilige Lucia (13. 12. ,). ‑findet sie schon Kälte da‑. Etwa ab Monatsmitte überwiegt wieder das milde, trübe und niederschlagsreiche Wetter. Um den 20. herum zeigt sich die Tendenz zu frühwinterlichen Kälteeinbrüchen, die meist von Schneefällen begleitet sind. Diese Kältewelle wird jedoch häufig bereits ab 24. Dezember wieder abgelöst durch den Zustrom milder Luft aus dem Westen mit dem ungeliebten "Weihnachts‑Tauwetter" im Gefolge. Und erst das Jahresende leitet in der Regel zu echtem Winterwetter über.
Das alljährlich wiederkehrende astronomische Ereignis im Dezember ist die Wintersonnenwende. Zwischen Südost und Südwest, genauer zwischen dem Azimut von 126 und 234° am Himmel in rund 8 Stunden ihren niedrigsten Bogen schlagend, steht die Sonne am 22. Dezember mittags nur noch 18,5° (München) bzw. 130 (Hamburg) über dem Südhorizont und geht vom Tierkreiszeichen Schütze in das des Steinbockes über. Für Berlin ist der kürzeste aller Tage, an dem die Sonne um 8.16 Uhr auf‑ und um 15.55 Uhr untergeht und die Dauer der bürgerlichen Dämmerung 42 Minuten beträgt, zugleich auch der kälteste Dezembertag. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Frage nach Weißer oder Grüner Weihnacht aktuell. Obwohl eine zünftige Schneedecke keine Beziehung zu Christi Geburt aufweist ‑denn wann schneit es schon in Bethlehem? ‑, paßt doch eine verschneite Landschaft besser zum traditionellem deutschen Weihnachtsbild. Wenig Kummer mit dem Ausbleiben der weißen Pracht hat man dort, wo die Höhenverhältnisse eine Schneesicherheit garantieren, und das sind in den meisten Jahren alle Gegenden oberhalb 700 in Seehöhe. Für das deutsche Flachland ist jedoch die "Weiße Weihnacht" fast ein kleines Wunder. Ziehen wir die Wetterchronik zu Rate, so ergibt sich, dass von den 70 Weihnachten 1901 bis 1970 genau die Hälfte in Höhen unterhalb 500 in NN ohne Schnee geblieben sind. Schneehöhen von über 5 cm gibt es in Höhenlagen unterhalb 500 in allenfalls jede fünfte Weihnacht, in Lagen unterhalb 200 in noch seltener. Das Wortspiel "Grüne Weihnachten ‑ weiße Ostern" ist zwar beliebt, meteorologische Zusammenhänge lassen sich aber schon deswegen nicht nachweisen, weil Weihnachten im Jahreskreis ein feststehendes Datum, das Osterfest jedoch ein wechselndes, um 35 Tage auseinander liegendes Datum (22. 3.‑25. 4.) hat, was zufälliges Übereinstimmen der Voraussage nicht ausschließt. Das Weihnachtstauwetter, mit grünen Weihnachten identisch, hat auch in biometeorologischer Hinsicht keinen guten Ruf‑, so heißt es im Sprichwort:" Christmond im Dreck, macht der Gesundheit ein Leck" oder "Grüne Weihnachten ‑fette Kirchhöfe ". Über die Beziehungen des Christtages zur Witterung des folgenden Hochwinters ist der "Bauernpraktik", dem verbreitetsten meteorologischen Buch vergangener Jahrhunderte, folgende Regel zu entnehmen: "Fällt der Christtag auf einen Sonntag, so ist ein warmer Winter zu erwarten " ' Eine Überprüfung dieser Zusammenhänge für unser Jahrhundert ergab bisher, dass von zehn Weihnachts‑Sonntagen (1904, 19 10, 1921, 1927, 1932, 1938, 1949, 1960, 1966, 1977) immerhin acht milde Hochwinter in Mitteleuropa im Gefolge hatten.
Das Gesamtgepräge des Dezember, ob zu mild oder zu kalt, wird ebenfalls zum folgenden Hochwinter in Beziehung gebracht. "Christmond launisch und lind, der ganze Winter ein Kind". Hierfür wurden sämtliche Winter des hundertjährigen Zeitraumes von 1871 bis 1970 ausgezählt, mit dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit der Aufeinanderfolge "milder Dezember ‑ milder Hochwinter" in Mitteleuropa 65% beträgt, das heißt, von 62 milden Dezembern hatten 40 einen milden, 22 einen mehr oder weniger zu kalten Januar im Gefolge. Ein noch besserer Zusammenhang besteht gemäß einer Regel von F. Baur zwischen einer sehr milden ersten Dezemberhälfte und einem nachfolgenden milden Hochwinter. P. Schlaak hat für Berlin im Zeitraum 1823 bis 1980 34 sehr milde erste Dezemberhälften (mit einer Abweichung von mindestens 2,5 °C vom Regelwert) festgestellt, wovon 28 einen milden Hochwinter (Jan./Febr.) in Mitteleuropa im Gefolge hatten, eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 82%. In die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag (25.12. bis 6. 1.) fallen die zwölf "Rauhnächte". Der Glaube, dass das Wetter dieser 12 Nächte ein Abbild der folgenden 12 Monate sei, findet meteorologisch keine Stütze.

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