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Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

Januar  Februar  März  April  Mai  Juni  Juli  August  September  Oktober  November  Dezember  

Das Wetter im Januar

Als kältester Monat des Jahres weist der Januar in Deutschland eine Durchschnittstemperatur von 0,3°C auf, bezogen auf den 50jährigen, klimatologisch repräsentativen Zeitraum 1881 bis 1930 und gemittelt für die 8 Großstädte Hamburg, Hannover, Berlin, Köln, Leipzig, Frankfurt/M., Stuttgart und München. Von diesen acht Städten ist Köln die winterwärmste, München die winterkälteste Großstadt. Abweichend von der mittleren Monats-Höchsttemperatur von 9,6°C und der mittleren Monats-Tiefsttemperatur von - 10,4°C können die Temperaturen in extremen Wettersituationen bis gegen 15°C ansteigen oder bis nahe - 30°C absinken, wobei sich diese Werte auf 2 m Höhe über dem Erdboden beziehen. Zu erwarten sind im Mittel in Deutschland regulär 19 Frosttage, von denen 8 Tage Dauerfrost aufweisen und als "Eistage" bezeichnet werden. Von diesem Durchschnitt abweichend hat München mit normal 14 die meisten, Köln mit 4 die wenigsten Eistage im Januar. Gewöhnlich ist das letzte Januardrittel am kältesten. Hier stellt sich auch in der Regel der kälteste Wintertag ein; für Berlin ist es der 22. Januar, genau ein Monat nach der Wintersonnenwende. Es heißt daher richtig: " Werden die Tage länger, so wird die Kälte strenger". Immerhin gibt es aber selbst im kältesten Monat Deutschlands im Mittel normalerweise 12 frostfreie Tage, davon abweichend in Köln 18, in München fünf Nach ihren Januar-Mitteltemperaturen sind von allen deutschen Großstädten (mit über 100 000 Einwohnern) Köln mit 2,4°C am wärmsten, Regensburg mit -2,4°C am kältesten. Eine durchschnittliche Januartemperatur von - 11,2°C hat Deutschlands höchster Berg, die 2962 m hohe Zugspitze, -4,4°C der 1142 m hohe Brocken im Harz. Zum weiteren Vergleich werden angeführt Europas wärmste und kälteste Hauptstädte Lissabon mit 10,4°C und Moskau mit - 10,3°C mittlerer Januartemperatur. Im übrigen ist der Januar als durchschnittlich kältester Monat nicht in jedem Jahr der kälteste Monat; im 100jährigen Zeitraum von 1871 bis 1970 waren in Mitteleuropa am kältesten: 52mal der Januar, 25mal der Dezember, 22mal der Februar und einmal (1921) der November.
Die Januar-Niederschläge sind im vieljährigen Mittel auf 16 Tage verteilt; sie fallen an der Hälfte dieser Niederschlagstage als Schnee und ergeben im Achtstädte-Mittel eine Wassermenge von 48 Liter pro Quadratmeter (48 mm). Extreme Wetterverhältnisse können Niederschlagsmengen bis zum Vierfachen des Januar-Regelwertes bringen, aber auch nur knapp den vierten Teil davon ergeben. Eine Schneedecke von mindestens 1 cm Höhe ist im Januar normal vorhanden in Hamburg an 10, in Berlin an 15, in München an 19 und in Garmisch-Partenkirchen an 28 Tagen. Als maximale Schneehöhe im Januar gelten 35 cm für Hamburg und 45 cm für München. Die Gefahr von Glatteisbildung (wenn Regen auf gefrorenen Boden fällt) besteht an 2 bis 3 Tagen im Januar wie auch in den übrigen Wintermonaten. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 85% und ein Dampfdruck von 4,2 mm Hg sind Durchschnittswerte für den Januar in Deutschland. 50 Sonnenscheinstunden gelten im Januar für das deutsche Tiefland, 75 für das mittlere Bergland als Sollwert. Während in den Niederungen, durch Nebel und Hochnebel bedingt, gewöhnlich 16 Januartage ohne Sonnenschein bleiben, wartet das Hochgebirge mit reichlich JanuarSonnenschein auf, die Zugspitze regulär mit 115 Sonnenstunden. Als Höchstwert wurden dort 212 Sonnenstunden im Januar 1964 aufgezeichnet. Von europäischen Hauptstädten weisen regulär Lissabon mit 155 und Moskau mit 33 Stunden die größten Unterschiede in der Januar-Sonnenscheinbilanz auf.
Die Bewölkung nimmt im Januarmittel 73% der sichtbaren Hirnmelsfläche über Deutschland ein. Nebel gibt es in den Niederungen mit durchschnittlich 8 Januartagen etwa doppelt so häufig wie in höheren Lagen. So haben durchschnittlich Hamburg 7, Berlin 6 und München 5 Tage mit Nebel im Januar. Die Sonne, die am 2 1. Januar - im traditionellen Sinne - aus dem Tierkreiszeichen Steinbock in das des Wassermanns tritt, steht an diesem Datum bereits 3,5° höher über dem Südhorizont als einen Monat vorher, zur Zeit der Winter-Sonnenwende. Die Zunahme des lichten Tages beträgt zu diesem Zeitpunkt schon rund 40 Minuten.
In den Windverhältnissen unterscheidet sich der windreichere Norden deutlich vom windärmeren Süden Deutschlands. So weist auch im Januar der Donauraum mit Regensburg im vieljährigen Mittel nur 5, die Berliner Gegend dagegen 10 "Starkwindtage" (mit Spitzenböen von Stärke 6 und mehr) auf. Die gleiche Ursache, nämlich die überwiegend entlang der norddeutschen Küste westostwärts wandernden barometrischen Tiefs, führt dazu, dass der Norden allgemein niedrigere Luftdruckwerte als der Süden Deutschlands aufweist, wo der Einfluß des Azorenhochs mehr zur Geltung kommt. Auf Berliner Verhältnisse bezogen. ist ein Januarmittel des Luftdruckes von 1017 hpa NN normal. von dem extreme Abweichungen bis 1058 hpa nach oben und 967 hpa nach unten bekannt sind. Die Tiefdruckaktivität über dem Atlantik hat im Januar ihren Höhepunkt und wird dort angefacht durch den Zusammenprall von kanadischen Kältewellen mit Warmluftvorstößen aus dem Golfstromgebiet. Ob die atlantische Zyklonentätigkeit mit milder Meeresluft nach Europa ausgreift, oder ob ein sich nach Europa ausweitendes asiatisches Hoch die atlantischen Tiefs blockiert und kalte Festlandluft nach Mitteleuropa zu lenken vermag, davon hängt im wesentlichen das Wettergeschehen für Deutschland im Januar ab. Nach einer Großwetterlagen-Statistik für Mitteleuropa sind im viel-iährigen Durchschnitt am Witterungsgeschehen im Januar beteiligt: Hochdrucklagen mit 20% oder 6 Tagen, West- und Nordwestlagen mit 35% (11 Tage), Nord-, Nordost- und Ostlagen mit 20% (6 Tage), Südost- und Südlagen mit 10% (3 Tage), Südwestlagen mit 8% (3 Tage) und Tiefdrucklagen mit 7% (2 Tage).
Als Anhaltspunkte für den normalen Witterungsablauf im Januar mögen folgende Angaben dienen: Vom 1. bis 4. ist es bei zeitweiligen Schneefällen meist kalt. Im Zeitraum vom 5. bis 14. überwiegt die milde und trübe Witterung mit Niederschlägen, teils als Regen, teils als Schnee. Vom 15. bis 26. ist trockenes und frostiges Hochdruckwetter -, vorherrschend, wobei die Tallagen meist Nebel aufweisen, die Berglagen aber über-wiegend nebelfrei und sonnig sind. Die letzten 5 Januartage stehen dann wieder meist im Zeichen milden Westwetters mit Niederschlägen. Um die Jahreswende entscheidet sich in den meisten Jahren der Charakter des Hochwinters. Wenn nämlich in der Zeit von Weihnachten bis Hl. Dreikönige mildes Wetter vorherrscht (an mindestens 7 Tagen), so folgt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch ein milder Hochwinter. Wetterregel: "Wenn bis Dreikönigstag kein Winter ist, kommt keiner". Strengen Hochwintern geht dagegen meist eine winterliche Kälteperiode um die Jahreswende voraus, aber erst nach einer Unterbrechung durch mildes Westwetter in der Zeit vom 6. bis 10. Januar stellt sich dann mit Luftdruckanstieg hochwinterliche Kälte ein, die gewöhnlich ihren Höhepunkt in der Zeit vom 15. bis 26. Januar hat. Die Wahrscheinlichkeit eines stärkeren Kälteeinbruchs in der zweiten Januarhälfte besteht in 4 von 5 Jahren. Recht gut stimmt daher der Wetterspruch: "Mit Fabian und Sebastian (20.) fängt der rechte Winter an". Aber bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel, wie im Jahre 2002.
Eine Reihe von Bauernregeln bringt das Temperaturgepräge des Januar in Zusammenhang mit dem des vorangegangenen Oktobers und Novembers, etwa: " Wenn frostig der Oktober war, so folgt ein linder Januar" oder "Ist der November kalt und klar, ist trüb und mild der Januar" * Die erste Regel besitzt eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 73%, denn nach einer für den Zeitraum 1871 bis 1975 vorgenommenen Auszählung folgten den 22 Oktobermonaten, die um mindestens 1 1°C also deutlich zu kalt waren, 16mal milde Januarmonate. Einem um mindestens 1 1°C zu kalten November folgte in 13 von 22 Fällen (59%) ein milder Januar. Umgekehrt haben zu warme Oktober und November in etwa 60% der Fälle zu kalte Januarmonate im Gefolge.
Die "Erhaltungsneigung" der Temperatur von Dezember zu Januar! ist nicht besonders ausgeprägt, dafür aber deutlich von Januar zu Fe- bruar. So folgt einem sehr kalten Januar mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein kalter Februar. Von den sieben kältesten Januarmonaten in unserem Jahrhundert (1929, 1940, 1941, 1942, 1945, 1947 und 1963) hatten sechs einen zu kalten Februar im Gefolge (ohne 1945). dass auch die sieben wärmsten Januarmonate in Deutschland (1916, 1921, 1936, 1944, 1948, 1974 und 1975) sechs milde Februarmonate nach sich zogen (ohne 1944), steht im ziemlichen Widerspruch zur Bauernregel "Gelinder Januar bringt Kälte im Februar". So zeigt auch die Auswertung des 200jährigen Zeitraumes 1771 bis 1970 - basierend auf den Baur'schen Temperaturtabellen für Mitteleuropa - folgende Ergebnisse: Die Aufeinanderfolge "milder Januar - kalter Februar" gab es nur 30mal, "kalter Januar - milder Februar" 40mal, "kalter Januar - kalter Februar" 50mal und "milder Januar - milder Februar" mit 80mal am häufigsten. Im übrigen läßt sich feststellen, dass den 50 sehr milden (um mind. 2,0°C zu warmen) Januarmonaten im Zeitraum von 1771 bis 1970 231nal zu warme und 27mal zu kühle Julimonate folgten. Und den 42 sehr kalten Januarmonaten im gleichen 200jährigen Zeitraum folgten 20 warme und 22 kühle Julimonate. Ein Zusammenhang zwischen hochwinterlichem und hochsommerlichem Temperaturgepräge entsprechend der Redensart" Wie der Januar, so der Juli ist also nicht nachzuweisen. In vielen alten Sprüchen kommt der aus bäuerlicher Sicht verständ­liche Wunsch nach einem kalten Januar ebenso zum Ausdruck wie die Abneigung gegen einen milden Januar, von denen hier genannt seien.Januar soll krachen, wenn der Frühling soll lachen"; - Jm Januar(Hartund) besser der Wolf auf dem Mist, als eine Mücke",- - "Ist derJanuar warm und naß, bleiben leer Scheun und Faß ",- -Januar warm,dass Gott erbarm" * Diesen Sprüchen ist gemeinsam die Sorge, dass einmilder Januar ein spätes Frühjahr nach sich ziehen könnte, und die Furcht vor Schädlingsplagen im Sommer, da durch das Ausbleiben strenger Frostperioden ein ungewöhnlich großer Teil der im Boden überwinternden Dauerstadien der Schädlinge überlebt. Auch ein Zu­sammenhang zwischen Januarwitterung und Sterbehäufigkeit ist aus alten Bauernsprüchen herauszulesen, etwa: " Wenn im Januar der Süd­wind brüllt, werden die Kirchhöfe schnell gefüllt".
Ein gewisser Makel, der dem Monat Januar in biometeorologischer Hinsicht anhaftet, hat seinen Grund in der Häufung von Erkältungskrankheiten, die vorwiegend in der Phase der Ablösung von länger andauernder Hochdruckwitterung durch Tiefdruckwetter nachzuweisen ist. Winterliche Hochdrucklagen, von denen der Januar die meisten aufweist, was auch im durchschnittlich winterlich höchsten Luftdruckwert zum Ausdruck kommt, müssen nämlich insofern als biotrop (krankheitsauslösend) angesprochen werden, als während des meist windstillen Hochdruckwetters die Luft mit Verunreinigungen (Staub, Ruß, Rauch und Krankheitskeime) in den Großstädten bis zur Unerträglichkeit angereichert wird. Folgt einer solchen Hochdruckwetterlage dann eine mit Schlechtwetter (Aufgleitniederschlägen) und den Zustrom von Warmluft verbundene Tiefdruckstörung, so geht damit einher eine wesentliche Belastung des menschlichen Organismus, die sich in einer Steigerung von Erkältungskrankheiten auswirken kann. Durchweg ergaben Untersuchungen von deutschen und polnischen Forschem, dass den Grippeepidemien eine länger andauernde Hochdruckwetterlage vorangeht, nach deren Ablauf und dem einsetzenden Zustrom wärmerer Luft (Advektionswetter) die Zeit gehäufter Grippeerkrankungen einsetzt. Weiter hat sich gezeigt, dass zum Erlöschen einer Grippewelle eine erneute Hochdrucklage erforderlich ist, so dass jede Grippeepidemie von Hochdrucklagen gleichsam zangenartig umfaßt wird. Auffallend ist im übrigen auch der Zusammenhang von Grippeepidemien mit der Unruhe auf der Sonne. Erreicht nämlich die Fleckenbildung auf der Sonne ihr Maximum im rund elfjährigen Zyklus, so besteht auch meist eine ausgeprägte Neigung zu Grippewellen. Man braucht nur die Höhepunkte der Sonnenfleckenbildung eines halben Jahrhunderts vergleichen (1917, 1927, 1937, 1947, 1957 und 1969) und findet in der gleichen Zeit auch gehäufte Grippeerkrankungen aufgezeichnet, wobei der Januar als häufigster "Grippemonat" auftrat.

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