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Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

Januar  Februar  März  April  Mai  Juni  Juli  August  September  Oktober  November  Dezember  

Das Wetter im Februar

Im Monat Februar werden die mittleren Kältewerte des Januar allgemein nicht erreicht. Für die hier herangezogenen 8 Großstädte Hamburg, Hannover, Berlin, Köln, Leipzig, Frankfurt/M., Stuttgart und München beträgt zusammengefasst die vieljährige Durchschnittstemperatur 1,4 °C und liegt damit um rund 1 °C über der mittleren Januartemperatur. Trotzdem ist im Februar noch mit hochwinterlichen Kälteperioden zu rechnen. Meist handelt es sich dabei um Nordost‑Wetterlagen, bei denen sibirische Kaltluft bis nach Deutschland strömt. Der gewöhnlich im Februar einsetzende Aufbau hohen Luftdruckes über dem Polargebiet und fallender Luftdruck innerhalb des subtropischen Hochdruckgürtels begünstigt hierbei den nach Mitteleuropa gerichteten Vorstoß russischer Kaltluft. Manchmal bringt sogar der Februar erst die tiefsten Wintertemperaturen, wie dies besonders krass in den Jahren 1929 und 1956 der Fall war.
Als mittlere Tages‑Höchsttemperatur gilt im Februar 4,4 °C als mittlere tägliche Tiefsttemperatur ‑ 1,6 °C was einer mittleren Tagesschwankung von 6 °C entspricht. Eine Monats‑Höchsttemperatur von 11 °C und eine Monats‑Tiefsttemperatur von ‑9 °C sind für den Februar normal. Abweichend hiervon können in extremen Februarmonaten die Temperatur‑Maxima in Hamburg bis an 15'C, in München unter Föhneinfluß bis an 20 °C heranreichen. Wegen des maritimen Einflusses von Westen und des kontinentalen Einflusses von Osten liegen die absoluten Temperatur‑Minima für Köln bei ‑ 18 °C für Leipzig bei ‑26 °C Zusätzlicher Geländeeinfluss, wie er in den Niederungen zur Auswirkung kommt, und nächtliche Ausstrahlung bei geschlossener Schneedecke lassen hier die Temperaturen bei winterlichen Hochdrucklagen noch weiter absinken, wie im Februar 1929 in Ingolstadt/ Donau bis ‑35 °C Die durchschnittliche Zahl der Frosttage beträgt im Februar 16, wovon 5 Tage Dauerfrost aufweisen. Normalerweise sind daher 12 Februartage frostfrei, wobei vom Mittel für Deutschland abweichend Köln mit 18 die meisten, München mit 5 die wenigsten frostfreien Tage haben.
Die Niederschläge im Februar sind gewöhnlich auf 14 Tage verteilt. davon im Westen an mehr Tagen als Regen, im Osten und Süden Deutschlands an mehr Tagen als Schnee fallend. Eine Niederschlagsmenge von 38 mm gilt für den Februar als Mittelwert in den 8 Städten. Abweichungen bis über 100 oder unter 10 mm sind selten. Die Zahl der Tage mit Schneedecke nimmt vom Süden nach Norden ab und beträgt regulär in Garmisch‑Partenkirchen 25, in München 19, in Berlin 13 und in Hamburg 10. Als maximale Schneehöhen im Februar gelten 40 cm für Hamburg und 56 cm für München. Zur Glatteisbildung kommt es an 1 bis 3 Tagen.
Die Zunahme des Tageslichts von Mitte Januar bis Mitte Februar um rund 1,5 Stunden (in 50' Breite)  bedeutet auch eine Zunahme der täglichen Sonnenscheindauer von etwa einer Stunde auf durchschnittlich 2,5 Stunden im Februarmittel, was einer Monats‑Sonnenscheindauer von 70 Stunden im Deutschland‑Mittel entspricht. Ohne Sonnenschein bleiben in der Regel 10 Februartage. Die mittlere Februarbewölkung umfaßt 68% der sichtbaren Hirnmelsfläche. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt im Februardurchschnitt 85%; sie reicht an 4 bis 5 Nebeltagen zeitweilig an 100% heran.
Die Luftdruckverhältnisse weisen auch im Februar ein Gefälle von Süd nach Nord auf, was durch die mittleren Luftdruckwerte von 10 19 hpa für München und 10 16 hpa NN für Berlin belegt wird. West‑ und Nordwestwetterlagen dominieren im Februar mit einem durchschnittlichen Anteil von 33% am Großwettergeschehen. Eine Zunahme weisen Nord‑, Nordost‑ und Ostlagen auf, mit einem Gesamtanteil von 25%. Die Häufigkeit von Hochdrucklagen nimmt ab, während Südwest‑ und Tiefdrucklagen im Februar gegenüber dem Vormonat die gleichen Anteile aufweisen, wie es die Statistik der mittleren monatlichen Häufigkeit von Großwetterlagen in Mitteleuropa nachweist. Die Windunruhe nimmt im Februar im allgemeinen zu. Die Häufigkeit von Windstille ist am ausgeprägtesten im Süden Deutschlands, hier sowieso ein charakteristisches Klimamerkmal, und weist im Februar in der Windverteilung einen Anteil von durchschnittlich 18% in München auf, gegenüber 5% in Berlin.
Der Witterungsablauf im Februar zeigt folgende Tendenz: Zu Monatsanfang ist es vorherrschend mild mit ausgeprägter Neigung zu Niederschlägen, die im Flachland zumeist als Regen, ab 5. aber allgemein wieder als Schnee fallen, daher zu Recht der Spruch: "Sankt Dorothee (6.) bringt den meisten Schnee". Anschließend wieder Frostwetter, das etwa eine Woche lang beherrschend bleibt. Besonders der 9. und 10. Februar bringen häufig strenge Kälte. Hier wird dann auch der Spruch fällig: "An Sankt Valentin (14.) frierts Rad mitsamt der Mühle ein". Nach einer kurzen milden Wetterphase um die Monatsmitte sinken im Zeitraum vom 19. bis 24. die Temperaturen nochmals zu winterlichen Werten ab. Das Monatsende bringt in der Regel veränderliche und milde Witterung. Hierzu paßt der Spruch: "Sankt Matthias (24.), erste Frühlingshoffnung" oder anschaulicher: "Sankt Mattheis wirft 'nen heißen Stein ins Eis". Erfahrungsgemäß ist ein kalter Februar zu erwarten, wenn auch der vorangegangene Januar zu kalt war; dies war in den 9 kältesten Februarmonaten dieses Jahrhunderts, 1901, 1917, 1929, 1940, 1942, 1947, 1954, 1956 und 1963 (mit einer Ausnahme, 1956) der Fall. Und von den 9 wärmsten Februarmonaten, 1903, 1925, 1926, 1945, 1957, 1961, 1966, 1974 und 1977, hatten sieben auch einen milden Januar als Vorgänger. Die "Erhaltungsneigung" von Januar zu Februar ist also recht gut ausgeprägt, zeigt sich aber auch von Februar zu März, denn acht von den neun hier angeführten sehr kalten Februarmonaten (ohne 1954) hatten einen zu kalten März im Gefolge, und ebenso folgten den hier angeführten neun wärmsten Februarmonaten achtmal (ohne 1925) warme Märzmonate. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% ist ein milder Februar auch dann zu erwarten, wenn die beiden vorangegangenen Oktober‑ und Novembermonate zu kalt waren. Im Zeitraum 1871 bis 1975 war dies in 21 von 28 Jahren der Fall. Allen hier genannten Daten liegen die von F. Baur ermittelten Temperaturwerte für Mitteleuropa zugrunde. Von F. Baur stammt auch die Regel, wonach mit einem überwiegend milden Februar zu rechnen ist, wenn in den 4 Tagen vom 29. Januar bis 1. Februar über Nordeuropa tiefer Luftdruck herrscht (in Oslo im Mittel unter 995 mbar NN) und im Maingebiet eine Schneedecke fehlt. Herrscht dagegen in der gleichen Zeit hoher Luftdruck im Norden (in Oslo im Mittel über 1025 mbar NN) und ist in ganz Bayern eine geschlossene Schneedecke vorhanden, so wird der Februar insgesamt zu kalt.
Für keinen Monat im Jahresablauf kommen in den Bauemsprüchen so eindeutige Wünsche und Vorstellungen über die Witterung zum Ausdruck wie für den Februar. In zahlreichen Sprüchen wird ein sonniger und milder Februar abgelehnt und als schlechtes Omen für die künftige Jahreswitterung angesehen. Kalt und schneereich, so soll ein zünftiger Februar (Hornung) sein, wenn ein gutes Bauernjahr folgen soll. jm Hornung hat's der Bauer lieber, wenn ihm der Wolf zum Fenster hereinschaut als die Sonne" ' ‑ "Gott behüte uns vor einem milden Februar‑. ‑ "Die weiße Gans (Schnee) im Februar, brütet Segen fürs ganze Jahr" ' ‑" Viel und langer Schnee gibt viel Frucht und Klee".
Auf Zusammenhänge zwischen Februarwitterung und dem Witterungsablauf in den Folgemonaten macht folgende Spruchauswahl aufmerksam: "Liegt im Februar die Katz in der Sonne, liegt sie im März hinterm Ofen mit Wonne ‑"Ist der Februar sehr warm, friert man um Ostern bis in den Darm" ' ‑"Ist der Februar recht lau und warm, so im Lenz viel Frost, dass Gott erbarm". ‑"Spielen die Mücken im Februar, frieren Schaf und Bien' das ganze Jahr". Diesen Sprüchen kommt samt und sonders keine große Beweiskraft zu. Wenn man nämlich alle sehr milden, um mindestens 2,0°C zu warmen Februarmonate ‑ es gab deren 47 im 200jährigen Zeitraum von 1771 bis 1970 ‑ auf ihre Nachfolgeschaft untersucht, so ergeben sich 30 zu warme Märzmonate, 25 zu warme Aprilmonate und 29 zu warme Maimonate für Mitteleuropa. Sonderbar ist in der Sprüchesammlung das Fehlen von Hinweisen auf den Zusammenhang von Februarkälte und Märzkälte, obwohl den 42 sehr kalten Februarmonaten (um mind. 2,0 °C zu kalt) im Zeitraum 1771 bis 1970 33mal zu kalte Märzmonate folgten. Die Frage, ob sich starke Februarkälte bis in den Mai hinein auswirkt, läßt sich statistisch dahin beantworten, dass den bereits angeführten 42 sehr kalten Februarmonaten zur Hälfte kalte und warme Aprilmonate, aber mehr warme als kalte Maimonate ‑ im Verhältnis 24 zu 18 ‑ folgten, was dem folgenden Spruch 57% Wahrscheinlichkeit einräumt: "Nimmt sich der Hornung Schnee und Eis, verdient der nächste Mai den Preis".
Wenn aus dem normalen Jahr mit seinen 365 Tagen durch Einschaltung eines 366. Tages, dem 29. Februar, ein Schaltjahr wird, was jedes vierte Jahr der Fall ist (mit seltenen Jahrhundert‑Ausnahmen), so geht mit diesem Kalenderereignis die uralte Bauernregel "Schaltjahr ‑ Kaltjahr" einher. Wie alle bäuerlichen Witterungsregeln verdankt auch diese Regel ihre Entstehung der Tatsache, dass früher in irgendeiner Epoche sehr oft im Jahresablauf auch die gleiche zu warme oder zu kalte Witterung ‑ hier also überwiegend kalte Witterung in Schaltjahren ‑beobachtet wurde und zur Aufzeichnung gelangte. Will man den Bauernspruch "Schaltjahr ‑ Kaltjahr" richtig deuten, so bedarf es der statistischen Überprüfung an Hand exakten Beobachtungsmaterials. Untersucht man nun für Mitteleuropa den Temperaturverlauf aller Jahreszeiten bis zum Schaltjahr 1800 zurückreichend, so ergibt sich zunächst, dass der Frühling keine Beziehung zu den Schaltjahren aufweist, denn mit 22 zu 22 gab es im Zeitraum von 1800 bis 1976 genauso viele warme wie kalte Frühlinge in Schaltjahren. Eine geringe Überlegenheit weisen die 26 zu kalten gegenüber den 18 zu warmen herbstlichen Jahreszeiten auf, wogegen von den Wintern der 44 Schaltjahre 24 zu mild und 20 zu kalt waren.
Eindeutiger ist das Ergebnis für den Sommer in Schaltjahren. So waren in den 44 Schaltjahren seit 1800 nur 14 zu warme, aber 30 mehr oder weniger zu kühle Sommer für Mitteleuropa aufgezeichnet (nach Temperaturtabellen von E Baur, die sich auf Mittelwerte von Utrecht De Bilt, Potsdam, Wien und Basel beziehen). Die statistische Überlegenheit von kühlen Sommern in Schaltjahren deckt sich mit der bewährten Regel, wonach in geradzahligen Jahren die Wahrscheinlichkeit eines kühl‑nassen Sommers größer ist als die eines warrn‑trockenen Sommers. Diese klimatische Eigenheit läßt sich bis zum zweiten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts in Mitteleuropa zurückverfolgen, ist also eine relativ junge Entdeckung.
Warum übrigens heißt des Jahres kürzester Monat eigentlich Februar und wie überhaupt kamen die Monate zu ihren Namen? Viel Mühe, so scheint es, haben sich die alten Römer, die für die Namensgebung verantwortlich sind, damit nicht gegeben und der spätere Versuch, für die Monate deutsche oder nordische Namen einzuführen, ist erst recht gescheitert. Ursprung unserer Kalender‑Monatsnamen ist also das alte Rom. Den Anfang des zunächst nur zehn Monate umfassenden altrömischen Kalenderjahres bildete der nach dem Kriegsgott Mars benannte Monat März. Der zweite Monat erhielt seinen Namen April wohl in Bezug auf die sich öffnende, sonniger werdende Jahreszeit, abgeleitet vom lateinischen aperio beziehungsweise apricus. Als dritter Monat war der Mai nach der Göttin Maja, der Beschützerin des Wachstums im Blütenmonat, genannt. Der Juni als vierter Monat war der Göttin Juno, Schutzherrin von Rom und vermählt mit Jupiter, dem Gott aller atmosphärischen Erscheinungen, geweiht. Für die nächsten sechs der zehn Monate des altrömischen Kalenders sind keine Götternamen oder sich auf die Natur beziehende Namen überliefert; ihre Kennzeichnung erfolgte schlicht nach lateinischer Zählung, und zwar als Quintilis = 5. Monat, Sextilis = 6. Monat, September 7. Monat, October = 8. Monat, November = 9. Monat und December 10. Monat.
Um das Jahr 700 vor Christi Geburt wurde der altrömische Kalender auf das Mondjahr mit 12 Monaten umgestellt, aber immer noch bildete der 1. März den Jahresanfang, bis schließlich im Jahre 153 v. Chr. der Jahresbeginn auf den 1. Januar festgesetzt wurde. Zwei neu gebildete Monate, zunächst am Ende des altrömischen Kalenders rangierend, wurden nun den zehn übrigen Monaten vorangestellt, wobei der erste neue Monat als Januar dem doppelköpfigen Janus, Gott allen Anfangs, geweiht war, dessen Hauptfest der Neujahrstag war. Der Februar, zunächst "Schlußlicht" und daher auch kürzester aller Monate, erhielt Platz zwei in der neuen Monatsfolge und wurde benannt nach februa, dem damals gegen Ende des Monats gehaltenen Sühne‑ und Reinigungsfestes. Die bislang als Quintilis und Sextilis im Kalender eingereihten Monate erhielten nun auch ihre heute gültigen Namen, der eine als Juli zum Andenken an Julius Caesar, unter dem im Jahre 46 v. Chr. die Julianische Kalenderreform erfolgte, der andere als August zu Ehren des römischen Kaisers Augustus. Für die Monate September, Oktober, November und Dezember beließ man es bei ihren ursprünglichen, nunmehr zeitlich aber falsch liegenden Bezeichnungen.
Mit solchen Mängeln behaftet, konnte es nicht ausbleiben, dass nichtlateinische Nationen sich eigene Monatsnamen schufen. Die in Deutschland zum Teil von Kaiser Karl dem Großen eingeführten, zum Teil unter nordischem Einfluß entstandenen Monatsnamen Hartung, Homung, Lenzing, Ostermond, Maimond, Brachmond, Heumond, Einting, Scheiding, Gilbhart, Nebelung und Julmond konnten sich jedoch bei uns nicht durchsetzen.

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