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Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

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Das Wetter im März

Der März stellt die Brücke vom Winter zum Frühling dar und ist die erwartungsfrohe Zeit des Erwachens in der Natur. Mit der höher steigenden Sonne hat inzwischen die Tageslänge um 2 3/4 Stunden zugenommen und nimmt im Lauf des März um weitere 1 3/4 Stunden zu. Allgemein gibt der "Märzwinter" der ersten Monatshälfte das Gepräge und die Temperaturen können noch bis unter - 10°C, manchmal sogar bis unter - 15°C, absinken. Die zweite Märzhälfte steht aber bereits eindeutig im Zeichen des Vorfrühlings mit Tageshöchsttemperaturen von 15 bis 20°C, hin und wieder auch etwas darüber. Ein Temperatur Monatsmittel von 4,4°C, ein mittleres Tages-Maximum von 8,3°C, und ein mittleres Tages-Minimum von 0,9°C, sind für den Acht-Städte Durchschnitt Deutschlands normal. In durchschnittlich 12 Nächten im Flachland, 20 im Bergland, sinken die Temperaturen unter die Frostgrenze und bleiben ein- bis zweimal auch tagsüber unter 0°C.
Die Niederschlagsmengen weisen im vieljährigen Mittel gegenüber dem Vormonat eine geringe Steigerung auf und sind mit 44 mm für das Acht-Städte-Kollektiv, mit dem Doppelten davon im Bergland normal; können aber in Extremfällen zwischen 10 und weit über 100 mm variieren. An einem Drittel der 15 Niederschlagstage, die für den März die Norm bilden, fallen die Niederschläge noch als Schnee. Fünf Märztage mit geschlossener Schneedecke sind für Höhenlagen zwischen 200 und 400 m die Regel; Orte in 700 bis 800 m Seehöhe haben normal noch 15 bis 20 Schneedeckentage. Die höchsten Schneehöhen wurden im März für Hamburg mit 25 cm und für München mit 35 cm gemessen.
Als "Sollwert" der Sonnenscheindauer im März gelten 130 bis 140 Stunden für Deutschland. Nachdem von Oktober bis Februar die Berglagen durch reichlicheren Sonnenschein gegenüber dem Flachland bevorzugt waren, bedingt durch winterliche Inversionswetterlagen, gelangen ab März wieder die Niederungen in den Genuß von mehr Sonnenschein, wie dies recht markant durch die für Deutschland maximale März-Sonnenscheindauer von 244 Stunden, gemessen in Regensburg 1953, belegt wird. Hier steht auch bezogen auf den 49. Breitengrad die Mittagssonne am 2 1. März, zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, bereits 41' über dem Südhorizont, um 23° höher als zu Jahresbeginn. Zu diesem Zeitpunkt (dem Äquinoktium) geht die Sonne genau im Osten (90 °) auf und im Westen (270 '°) unter und wechselt dabei vom Tierkreiszeichen Fische zu dem des Widders über. Sieben Märztage bleiben normalerweise ohne Sonnenschein.
Die durchschnittliche Bewölkungsmenge umfaßt im März 65% der sichtbaren Hirnmelsfläche. Märznebel, meist nicht lang andauernd, gibt es in Deutschland im Durchschnitt an 4 bis 5 Tagen. Die Abnahme der Winterfeuchte kommt in der mittleren relativen Luftfeuchtigkeit von 76%, um 9% weniger als im Februar, zum Ausdruck. Die Null-Grad Grenze liegt im März-Durchschnitt schon bei etwa 1000 Meter Seehöhe. Südostwinde haben im März ihre größte Häufigkeit, was der dominierenden Großwetterlage "Hoch über Osteuropa" entspricht. Ebenso setzt jetzt verstärkt der Südföhn im Alpenvorland ein und wird hier zum "Schneefresser". Der Luftdruck, der im Januar in Mitteleuropa seinen üblicherweise höchsten Jahresstand hatte, steuert nun seinem jahreszeitlich tiefsten Wert im April zu und weist im März einen Mittelwert von 10 15 hpa NN (für Berlin) auf.
Wenn der Frühlingsbeginn mit dem Beginn einer Lufttemperatur von 5°C gleichgesetzt wird, so dauert dieses Ereignis in Deutschland - abhängig von geographischer Breite und Ortshöhe - durchschnittlich etwa einen Monat. Zuerst erreicht die Fünf-Grad-Wärme den Raum Köln (4. März), gleich darauf Freiburg und Ludwigshafen (6.), dann folgen Stuttgart am 9. März, Frankfurt am 13., Hannover am 2 1., Hamburg, Berlin und Leipzig am 26., München in 520 in Höhe erst am 30. März. Mit einem Monat Verzögerung erreicht die Fünf-Grad-Temperatur die Voralpenorte Garmisch-Partenkirchen (4. April) und Oberstdorf (13. April) und ebenso verspätet den maritim beeinflußten Norden Deutschlands mit Flensburg (6. April) und Helgoland (15. April).
Für den "idealen März" ist folgender Witterungsablauf typisch: Stark wechselhaftes Wetter mit Kälteeinbrüchen und Schneefällen im ersten Monatsdrittel, bevorzugt aber vom 3. bis 8. März. Namentlich nach sehr kalten Januar- und Februarmonaten bleibt das winterliche Erbe meist noch bis weit in den März hinein erhalten. Etwa vom 13. bis 22. März sind vorfrühlingshafte Schönwetterlagen vorherrschend. In 70% aller Jahre treten in dieser Zeit Hochdrucklagen auf, die im Sprichwort auf ein gutes Erntejahr hinweisen, zum Beispiel Ist es vor Mariä Verkündigung (.25.) hell und klar, bedeutet es ein gesegnet Jahr". Im übrigen Zeitraum ist es wieder meist wechselhaft mit teils milden, teils J kalten Wetterabschnitten und Neigung zu Niederschlägen.
Die Märzwitterung bringt man gern in Zusammenhang mit der Witterung des kommenden Hochsommers. Zwar ergibt die Witterungsstatistik für den Zeitraum 1871 bis 1970, dass mit einer Häufigkeit von 70% trockenen Märzmonaten nasse Julimonate folgten; den nassen Märzmonaten folgten jedoch ebenso oft trockene wie nasse Julimonate. Von der Witterung im März hängt überhaupt weitgehend eine gute Ernte ab. Ein trockener und mäßig warmer März ist in Verbindung mit einem naßkühlen April sogar die Voraussetzung für ein Rekorderntejahr. Diese Erfahrungstatsache wird nicht nur durch die Statistik belegt, sondern kommt auch in einer ganzen Reihe von Wettersprüchen zum Ausdruck, wie etwa"Märzenstaub bringt Gras und Laub" oder" Trockener März und nasser April sind nach des Bauern Will". Was die bäuerliche Wunschvorstellung vom trockenen März und nassen April anbelangt, wie sie in vielen weiteren Sprüchen zum Ausdruck kommt, so ergab eine Auszählung, dass diese ideale Monats-Kombination in 100 Jahren, von 1871 bis 1970, 27mal, also etwa jedes vierte Jahr in Deutschland vorkam. Festzuhalten verdient, dass hier alle extrem trockenen Winter, von denen die von 1893/94, 1933/34, 1942/43 und 1971/72 die trockensten waren, jeweils auch noch einen trockenen März im Gefolge hatten, dann aber in ein niederschlagsreiches Frühjahr übergingen. Daß zu warme Märzmonate gern zu kühle April- und Maimonate im Gefolge haben, behaupten Sprüche, wie: Wenn der März zum April wird, so wird der April zum März" oder schweizerisch: "Maielets im Märze, dann märzelets im Maie" " Als Regel können diese Sprüche nicht gelten, denn den 51 im Zeitraum 1771 bis 1970 als sehr mild bewerteten (um mind. 1,5°C zu warmen) Märzmonaten folgten 27mal warme und nur 24mal zu kühle Aprilmonate. Und den gleichen 51 sehr milden Märzmonaten folgten 30mal warme und nur 21mal zu kühle Maimonate. Dem überhaupt wärmsten März 1938 folgten allerdings sehr kühle April- und Maimonate. Auf solch markante, daher in Erinnerung haftende Zusammenhänge im Witterungsablauf ist wohl die Entstehung vieler Wettersprüche zurückzuführen, selbst wenn es einmalige oder selten sich wiederholende Erscheinungen waren.
Auf vorfrühlingsmäßigen Wärmeanstieg samt Eisgang und Schneeschmelze machen folgende Lostagssprüche aufmerksam: "Am Gregorstag (12.) schwimmt das Eis ins Meer" und "Sankt Gertrud (17.) die Erde öffnen tut" sowie "An Mariä Verkündigung (25.) geht Unsere Liebe Frau mit einem brennenden Scheit unter die Erde". Übrigens: Wenn ab und zu gegen Ende März in Deutschland noch eine Schneedecke vorhanden ist, so erinnert dies an die hübsche Legende, wonach am Tage Mariä Verkündigung ein Storch von der Peterskirche in Rom Ausschau hält, ob in Deutschland noch Schnee liegt. - In der Vegetationsentwicklung stellen für mittlere Höhenlagen (um 300 m NN) folgende Märzdaten den vieljährigen Durchschnitt dar: Haselnußblüte am 4., Schneeglöckchenblüte am 10., Blüte der Schwarzerle am 22. und Blüte der Salweide am 28. März.
Hintergründig weisen nachstehende Sprüche auf den aggressiven Charakter des Monats März in biotroper (krankheitsauslösender) Hinsichthin: "Der März hat ein arges Herz- oder "Der März versteht keinen Scherz"; sarkastischer: " Wen der März nicht sticht und der April nicht frißt, den holt sich der Mai" " Diese Zusammenhänge werden erhärtet durch eine Statistik der Sterbefälle einer süddeutschen Großstadt, nach der der Monat März im vieljährigen Durchschnitt die höchste Zahl von Sterbefällen aufweist, nämlich 146 gegenüber nur 102 im Monat September, bezogen auf 100000 Einwohner und den Zeitraum 1961 bis 1975, wobei sich die Zahlen in Monaten mit langandauernden, austauscharmen Inversions- Wetterlagen erhöhen, in Monaten mit windbewegten Wetterlagen verringern.
Daß in den Monaten Januar bis März die Neigung zu Bluthochdruck am stärksten ist, läßt eine Abhängigkeit des Blutdruckes beim Menschen vom winterlich hohen Barometerstand vermuten. Jahreszeitlich bedingt sind vor allem die Änderungen der "Stimmungslage", die im Frühjahr am stärksten in Erscheinung treten. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung, besonders vermehrter ultravioletter Strahlung, führt die Innere Umstellung" des im Winter strahlungsentwöhnten Organismus zu erhöhter Erregbarkeit bis zu leichten Erschöpfungszuständen, was in der "Frühjahrsmüdigkeit" ihren volkstümlichen Ausdruck findet.

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