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Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

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Das Wetter im April

Dem April gibt die Launenhaftigkeit der Witterung das Gepräge. Gegensätzliche Wetterlagen wechseln in bunter Folge ab. "Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium." Hochdrucklagen kommen im April am wenigsten vor, was auch im vieljährig niedrigsten Luftdruckmittel aller Monate (von 10 13 mbar NN für Berlin und München) zum Ausdruck kommt. Quer durch Mitteleuropa bildet sich jetzt häufig eine von Norden nach Süden verlaufende Tiefdruckrinne, auf deren Ostseite Luft aus südlichen Breiten nordwärts strömt, während auf der kalten Westseite grönländische Polarluft zuweilen bis in den Mittelmeerraum vordringt.
Der unberechenbare Charakter des Monats wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass der April neben dem März die durchschnittlich häufigsten Tage mit Starkwindböen bringt. Gern spielt der "Knospenmonat" April im Vorgriff auf den Mai ein wenig "Blütenmonat" artet zuweilen sogar zum "Aprilsommer" aus. "Eulenspiegel" der Monate wird daher der April nicht zu Unrecht genannt. Und da die meisten Osterfeste in den April fallen (genauer in die Zeit vom 22. März bis 25. April), ist es geziemend, ihn auch noch als "Ostermond" anzusprechen. Als "Aprilwetter der ganzen Welt" hat treffend H.W. Dove (1803-1879) die Eigentümlichkeit des deutschen Klimas bezeichnet.
Die Temperaturkurve weist von März bis April einen steilen Anstieg auf und ergibt im Durchschnitt der acht Städte ein normales Monatsmittel von 8,5 °C. Das Tages-Maximum liegt bei durchschnittlich 13 °C. das nächtliche Minimum bei 4 °C. Die üblichen Monats-Höchsttemperaturen betragen 20 bis 25 °C. ganz selten überschreiten sie 25 °C. In etwa fünf Nächten sinkt die Temperatur noch unter den Gefrierpunkt, manchmal noch bis - 10 °C. Das normale Datum des letzten Frostes (in zwei Meter Meßhöhe) liegt im Mittel in Deutschland um den 10. April, davon abweichend in Köln schon am 1., in München erst am 17. April. Das Datum des Beginns einer Durchschnittstemperatur von 10 °C. - für die Vegetationsentwicklung ein markantes Ereignis - ist im vieljährigen Mittel für die Acht-Städte-Gruppe der 24. April, davon abweichend für Köln, Frankfurt und Stuttgart der 19., für Hannover, Berlin und Leipzig der 27., für Hamburg und München der 30. April. Hierzu verkündet ein Lostagsspruch: "Am Tiburtiustag (14.) alles grünen mag" und ebenso: " Wenn Tiburtius schellt, grünt das Feld". Hinsichtlich des Zeitpunktes der Kirsch- und Schlehenblüte, der in mittleren Höhenlagen Deutschlands im Durchschnitt vieler Jahre der23. April (St. Georg) ist, besagt eine Bauernregel: "Soviel Tage vor Georgi die Kirschen und Schlehen blühn, soviel Tage vor Jakobi (25. Juli) kann der Bauer die Sense ziehn ".
Die Niederschläge nehmen allgemein an Intensität zu und fallen an etwa 15 Tagen mit einem normalen Monatsergebnis von 40 bis 50 mm für das Flachland und 60 bis 90 mm für das Bergland. Ein wesentliches Merkmal der Aprilniederschläge ist ihr Auftreten als Schauer. Tage mit Schneefall, mit denen in der Regel noch bis Aprilmitte in niederen Lagen zu rechnen ist, gibt es zwei- bis dreimal. Hierzu heißt es im Spruch: jm April ein tiefer Schnee, keinem Dinge tut er weh" oder auf seine Nützlichkeit hinweisend: "Aprilschnee ist besser als Schafmist".
Gewitter treten im April an ein bis zwei Tagen auf Der Spruch"Aprildonner bedeutet Schnee im Mai" soll ein Hinweis darauf sein, dass nach einem warmen April ein kalter Mai folgt, wie es auch kurzgefaßt heißt: " Wächst der April, steht der Mai still", hübscher noch: "Maikäfer, die im April schwirren, müssen im Mai erfrieren". Dieser Zusammenhang wird jedoch von der Witterungsstatistik nicht ausreichend bestätigt. So folgten in Mitteleuropa im Zeitraum 1771 bis 1970 den 44 sehr warmen Aprilmonaten (mit einer Abweichung von mindestens 1,5 °C vom 200jährigen Mittelwert) 27 zu warme und nur 17 zu kalte Maimonate. Auch den zwei überhaupt wärmsten Aprilmonaten 1794 und 1800 folgten zu warme Maimonate. Was die Nachfolge der 44 sehr kalten Aprilmonate im gleichen 200jährigen Zeitraum betrifft, so folgten ihnen 25mal warme und 19mal kalte Maimonate.
  Von den vielen Bauemsprüchen, die einen nassen April rühmen, hier folgende: Je mehr im April die Regen strömen, desto mehr wirst du vom Felde nehmen" oder "Besser Wassernot im April als Mäuse und Maulwürfe treiben ihr Spiel"; in anderer Form:" Trockener April macht die Keime stocken" oder "Dürrer April stellt die Mühlen still". Schließlich heißt es in der Schweiz: "Regnerischer April - glücklicher Monat" Die hundertjährige April-Niederschlags-Bilanz 1871 bis 1970 für Deutschland entspricht diesen bäuerlichen Wünschen nicht ganz, denn 46 Aprilmonate waren hier zu naß, 54 mehr oder weniger zu trocken. Daß von den genannten 46 nassen Aprilmonaten 26 einen trockenen, 20 einen nassen Juni im Gefolge hatten, entspricht schon eher der Bauernregel: "Hat der April mehr Regen als Sonnenschein, wird's im Juni trocken sein  ".
   
Die Sonne scheint über Deutschland im April normal 160 bis 180 Stunden lang, im Tagesmittel etwa 5,5 Stunden, bei einer mittleren Dauer des lichten Tages von 13,5 Stunden. Am 20. April wechselt die Sonne aus dem Tierkreiszeichen Widder in das des Stiers über. Ganz ohne Sonnenschein bleiben regulär vier Tage. Die mittlere Bewölkungsmenge nimmt 59% der sichtbaren Hirnmelsfläche ein. Mit einer durchschnittlichen relativen Feuchtigkeit von 70% ist die Luft im April um 6% trockener als im Vormonat; zu Nebelbildung kommt es daher im April weniger, im Durchschnitt als Morgennebel etwa zweimal.
    Das Auftreten charakteristischer Wetterlagen und ihre Bindung an bestimmte Daten sind im April weniger ausgeprägt als in anderen Monaten. Die Tendenz zu ruhigem und trockenem Hochdruckwetter ist noch am größten im Zeitraum vom 16. bis 20. April. Kälterückfälle und verspätete Schneefälle treten bevorzugt um den 9. und 2 1. April auf Daher auch zu Recht der Spruch: "Sankt Georg (23) kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten ". Die größte Neigung zu stärkeren Regenfällen besteht erfahrungsgemäß in den letzten Apriltagen. Meist handelt es sich dabei um Wetterlagen, bei denen Schlechtwettergebiete auf der "Zugstraße V b" von der Adria nordostwärts ziehen und hierbei dem Einzugsbereich von Donau, Elbe und Oder erhebliche Niederschläge bringen können. In den mittleren Wasserständen der Donau macht sich ohnehin im April wegen der Gebirgs-Schneeschmelze ein Anstieg bemerkbar, so dass hier im vieljährigen Mittel der Aprilmonat auch die höchsten Wasserstände im Jahresverlauf aufweist. Es war auch ein Aprilmonat (1944), der der Zugspitze das absolute Schneehöhen-Maximum von 830 cm bescherte.
   Außer der bereits erwähnten phänologischen Phase für Kirsch- und Schlehdornblüte am 23. April stellen folgende Aprildaten in der Vegetationsentwicklung für mittlere Höhenlagen Deutschlands den vieljährigen Durchschnitt dar: Am 15. Saatenaufgang von Hafer und Sommergerste, am 18. Blüte von Stachel- und Johannisbeere; am 22. grünt der Spitzahorn, am 27. blühen Frühzwetschgen und Löwenzahn, am 28. und 30. Laubentwicklung von Roßkastanie und Birke. - Mit bemerkenswertem Abstand von zwei Monaten nach dem Ankunftsdatum der Lerchen um den 28. Februar ist das mittlere Ankunftsdatum der Hausschwalben der 28. April. Ein wirklich schöner April, der das richtige Maß an Wärme, Sonnenschein und Regen aufweist, ist so selten, dass in der französischen Schweiz (bühnenreif) gesagt wird: "Quand on a vu trois beaux mois d'avril, il est temps d'aller dormir (= mourir) " ' Auf deutsch:" Wenn man drei schöne Aprilmonate erlebt hat, ist es Zeit zu sterben".
  
Für den überwiegend in den April fallenden Ostertermin der Christenheit war ursprünglich das Datum des jüdischen Passah-Festes maßgebend, das gleichzeitig als Frühlingsfest zur Zeit des ersten Frühlings Vollmondes begangen wurde. Nach dem Osterstreit zwischen Rom und der Ostkirche wurde auf dem ersten ökumenischen Konzil in Nikäa im Jahre 325 der erste Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond als Osterdatum bestimmt. Endgültig wurde die Osterfestberechnung im Jahr 525 unter Papst Johannes 1. festgelegt. Danach wird Ostern in der Zeit zwischen dem 22. März als frühestem und dem 25. April als spätestem Termin gefeiert. Diese Berechnung bildet einen 95jährigen Zyklus, dem fünf 19jährige Meton-Zyklen zugrunde liegen. Die Osterfestspanne umfaßt 35 Tage und ergibt daher 35 verschiedene Osterdaten und folgerichtig 35 verschiedene Gruppierungen des von Ostern abhängigen Kirchenjahres. Zeitigster Ostertermin in unserem Jahrhundert war der 23. März 1913; spätester Ostersonntag war der 25. April 1943. Der nächste zeitigste Ostertermin fällt auf den 23. März 2008, der späteste auf den 25. April 2038. Als durchschnittlicher Ostertermin gilt der 9. April. Die Entwicklung in der Natur macht in den 35 Tagen der Osterperiode so große Fortschritte, dass Ostern einmal gerade knapp zur Zeit der Blüte von Erle und Salweide, ein andermal bereits zur Zeit der Kirschblüte begangen wird. Und der "lichte Tag" zwischen Sonnenaufgang und Untergang verlängert sich in dieser Zeit um rund zwei Stunden. Meteorologisch bedeutet die österliche Periode von 35 Tagen eine Zeitspanne, in der allgemein im deutschen Flachland die Tageshöchsttemperaturen von 10 auf 15 °C ansteigen und die Sonnenscheindauer von 5 auf 7 Stunden zunimmt.
   Stets dirigiert vom ersten Frühlings-Vollmond (nach dem 2 1. März), fällt Ostern auf den ersten Sonntag danach; um ihn gruppieren sich die beweglichen Feste: sieben Wochen vorher der "Fastnachts-Sonntag" (Quinquagesima), sieben Wochen danach Pfingsten und um Pfingsten herum 10 Tage vorher Christi Himmelfahrt, 10 Tage danach Fronleichnam. In einem künftigen "Weltkalender", wie er von den Vereinten Nationen angestrebt wird und dem der Vatikan unter bestimmten Auflagen bereits zugestimmt hat, besitzt der 8. April die größte Chance, "Immerwährender Ostersonntag" zu werden. Übrigens steht der absolut späteste Ostertermin, der auf den Markustag fallende 25. April, dem Pfingsten am Antoniustag (10. Mai) und Fronleichnam am Johannistag (24. Juni) folgen, in einer merkwürdigen Beziehung zu einer Prophezeiung von Nostradamus (französischer Arzt und Astrologe des 16. Jahrhunderts), die ins Deutsche übersetzt und gereimt lautet: " Wenn Ostern auf Sankt Markus fällt, Sankt Anton sich an Pfingsten hält, Johann sich auf den Leichnam stellt, so schreiet Weh die ganze Welt". Zuletzt und einmalig in unserem Jahrhundert gab es den 25. April als Ostertag im Kriegsjahr 1943.

 Für die Jahre 1981 bis 2000 sind nachstehend die Daten der Oster-Sonntage aufgeführt:

 

1981     19.4.            1986      30.3.             1991       31.3.           1996        7.4.

1982    11.4.            1987      19.4.              1992       19.4.          1997        30.3.

1983     3.4.             1988        3.4.              1993       11.4.          1998        12.4.

1984   22.4.            1989      26.3.               1994       3.4.            1999        4.4.

1985    7.4.             1990      15.4.               1995       16.4.          2000        23.4.



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