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Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

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Das Wetter im Mai

Dem Mai als Blütenmonat hat Erich Kästner (1899-1974) mit der Bezeichnung "Mozart des Kalenders" die geziemende Reverenz erwiesen. Im meteorologischen Sinne als dritter und letzter Frühlingsmonat zur Gänze eingestuft, weist der Mai in seinem Witterungscharakter bemerkenswerte Gegensätze auf Oft dauert die Launenhaftigkeit der Frühjahrswitterung bis in die erste Maihälfte an und erst die zweite Monatshälfte ist durch länger andauernde Schönwetterlagen gekennzeichnet.
Während die Temperaturen nun rasch ansteigen und normalerweise schon an drei "Sommertagen" 25°C Luftwärme überschreiten, wird zum andern der Wärmezustrom wiederholt gestoppt, und die Gefahr von Spätfrösten besteht noch über die Monatsmitte hinaus. Für die Gruppe der 8 Großstädte Hamburg, Hannover, Berlin, Köln, Leipzig, Frankfurt/M., Stuttgart und München beträgt das fünfzigjährige Temperaturmittel des Maimonats 13,3°C das mittlere Tages-Maximum 18°C und das mittlere Tages-Minimum 8°C während als absolute Mai Höchsttemperatur 33°C als absolute Tiefsttemperatur -5°C gelten, sämtlich auf die Höhe von 2 in über dem Erdboden bezogen. Im Durchschnitt entfällt auf jeden Mai eine Frostnacht; nach dem 2 1. Mai tritt in mittleren Höhenlagen kaum noch Frost auf. Zu Reifbildung und leichtem Bodenfrost kommt es in der Regel noch in fünf Nächten, vorwiegend in Tälern und Mulden. "Der Mai, als Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren. "
Im Temperaturgang des Monats Mai spielt die Tagesmitteltemperatur von 12°C insofern eine Rolle, als sie für Beginn und Ende der "Heizperiode" maßgebend ist. Die Daten des ersten Auftretens einer Zwölf Grad-Tagesmitteltemperatur und damit das Ende der Heizperiode andeutend sind im vieljährigen Mittel für Hamburg der 9. Mai, für München der 14. Mai. Die mittleren Daten für das letzte Auftreten einer Tagesmitteltemperatur von 12°C sind für Hamburg der 26. September, für München der 20. September.
Eine monatliche Mai-Niederschlagsmenge von 60 mm verteilt auf 14 Tage, ist für das Flachland, etwa das Doppelte für das Bergland normal. In niederschlagsextremen Maimonaten können die Beträge zwischen 10 und 200 mm variieren. Maigewitter gibt es im Durchschnitt an 4 bis 6 Tagen. " Viel Gewitter im Mai, singt der Bauer Juchhei. " Und wenn gelegentlich, im Flachland etwa alle 5 Jahre, im ersten Maidrittel ein von Norden gestarteter Kaltlufteinbruch mit Schneefall einhergeht, dann paßt hierfür der für den 4. Mai gültige Reim: "Der Florian, der Florian, noch einen Schneehut setzen kann" ' Die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 68% für den Mai insgesamt normal; für den 14-Uhr-Termin sind 55% Feuchtigkeit ein normaler Wert. Hierzu der Vermerk, dass man von "trockener Luft" spricht, wenn die Feuchte weniger als 60% beträgt.
Die im Mai beginnende großräumige Umstellung der Luftdruckverhältnisse, nämlich die Verlagerung des hohen Luftdruckes von Asien zum Atlantik, führt in Deutschland zu Luftdruckanstieg und damit häufig zur Entwicklung einer quer durch Mitteleuropa sich erstreckenden Hochdruckbrücke, die eine längere Schönwetterperiode verspricht. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich dabei im vieljährigen Mittel ein um etwa 2 hpa höherer Luftdruck, so mit 10 15 hpa NN für Berlin und München. Die Föhn-Hauptsaison im süddeutschen Alpenraum geht mit dem Mai zu Ende. In Berlin weist der Mai neben dem März die größte Luftunruhe auf Allgemein wird im Mai die größte Häufigkeit an guter Fernsicht (Fotografenwetter) verzeichnet. Diese Eigenheit bleibt bis zum Juni erhalten und ist Ausdruck häufiger Nordlagen mit dem Zustrom relativ staubfreier und wasserdampfarmer Luft.
Die Sonne scheint im Mai über Deutschland normal 220 Stunden, was einer mittleren Sonnenscheindauer von 7 Stunden pro Tag entspricht. Begünstigt durch reichlich Sonnenschein sind im Mai die Nordsee- und Ostsee-Inseln, wo zuweilen Sonnenscheinwerte von über 300 Stunden registriert werden. So wurde auf der Insel Fehmam im Mai 1959 ein Rekordwert von 355 Sonnenstunden aufgezeichnet, um 40 Stunden über dem regulären Mai-Sonnenschein von Athen. Die Bewölkung nimmt im Monatsmittel 58% der sichtbaren Hirnmelsfläche über Deutschland ein. Ganz ohne Sonnenschein bleiben normal 2 bis 3 Maitage. An ein bis zwei Maitagen gibt es kurzzeitig Morgennebel. Am 2 1. Mai wechselt die Sonne aus dem Zeichen Stier in das der Zwillinge über; zur Mittagszeit steht sie an diesem Datum bereits 62° über dem Südhorizont von München oder 57° über dem von Hamburg. Der lichte Tag dauert am gleichen Datum, dem 2 1. Mai, rund 15 Stunden mit Sonnenaufgang um 4.02 Uhr und Sonnenuntergang um 20.05 Uhr in Berlin, beides 25 Minuten später in Köln.
Häufige Großwetterlagen sind im Mai mit einem Anteil von 20% die Nordlagen, bei denen hoher Luftdruck im Nordwesten tiefem Druck im Südosten Mitteleuropas gegenübersteht. Das bedeutet für Deutschland das Einströmen kalter nördlicher Luft. Im Gegensatz zum vorigen Jahrhundert, als die Nordlagen fast regelmäßig an den Tagen der "Eisheiligen" (11. bis 14.) die jahreszeitlich bedingte schnelle Erwärmung stoppten, liegen in diesem Jahrhundert die Daten der Kälterückfälle verschieden, am ehesten noch um den 9. und 17. Mai. Der Kälterückfall der Eisheiligen, ob pünktlich oder nicht, ist in erster Linie auf die Wirkung starker nächtlicher Ausstrahlung des Bodens bei klarem Himmel in der vorher zugeströmten und zur Ruhe gekommenen Kaltluft zurückzuführen.
Von den vielen Bauernregeln, die im Laufe des Jahres Beziehungen zum Witterungsablauf aufweisen, ist keine so volkstümlich, aber auch keine so oft wissenschaftlich auf ihre Stichhaltigkeit untersucht worden wie die der Eisheiligen. Die Ergebnisse sind immer wieder recht widerspruchsvoll gewesen. Fest steht jedoch, dass die überlieferte Pünktlichkeit der Eisheiligen der Vergangenheit angehört. Bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Eisheiligen pünktlich; fast regelmäßig trat damals ein Kälterückfall zwischen dem 11. und 15. Mai auf Seither sind jedoch die Kälteeinbrüche nicht mehr an das Datum der Eisheiligen gebunden. Eine Häufung von Kälterückfällen tritt nunmehr an drei anderen Terminen auf, erstmals um den 4. Mai, danach folgt bevorzugt eine Kältewelle vom 8. bis 9. Mai und schließlich ein geringer Temperaturabfall um den 17. Mai. Aber selbst das Datum der allgemein als harmlos geltenden "kleinen Eisheiligen" (Urban und Philipp, 25. u. 26. Mai) bedarf im frostempfindlichen Obst- und Weinbau noch der Beachtung. Es heißt zwar: " Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost" aber ebenso: "Urban gibt den Rest, wenn Servaz noch was übrig läßt " " Als spätester Frost (in 2 m Höhe) wurde in der Donauniederung (Regensburg) - 1°C am 29. Mai 19 5 7 registriert. Mamertus, Pankratius und Servatius, deren Namenstage der 11. bis 13. Mai sind, gelten als die drei norddeutschen Eisheiligen; das Dreigespann Pankratius, Servatius und Bonifatius sind die süddeutschen Eisheiligen, denen sich in den Alpen noch die "kalte Sophie" am 15. Mai zugesellt. Die Frage, warum in Süddeutschland die Daten der Eisheiligen um einen Tag später als in Norddeutschland liegen, findet eine einfache Erklärung. Die von Norden her nach Deutschland einbrechenden Kaltluftmassen erreichen nämlich im allgemeinen den Süden Deutschlands einen Tag später. Der Kuriosität wegen sei erwähnt, dass in Böhmen die drei Eisheiligen durch Zusammenziehung der Anfangssilben zu einem einzigen Eisheiligen "Pan Serbon" geworden sind, wobei die Bezeichnung Pan (Herr) auf die strenge Herrschaft hinzuweisen vermag.
Während also normalerweise in den beiden ersten Monatsdritteln die Witterung durch den wechselnden Zustrom verschieden temperierter Luft stark veränderlichen Charakter hat und oft noch um den 20. Mai herum mit der Neigung zu Schlechtwetter (Vb-Lagen) abschließt, ist im letzten Maidrittel die Witterung durch Beständigkeit gekennzeichnet. In etwa 80% aller Jahre treten hier mehrtägige Hochdrucklagen auf. Die Zuverlässigkeit dieser Schönwetterlagen nimmt zum Monatsende sogar zu, ihre Erhaltungsneigung kommt zum Ausdruck in der Lostagsregel Wie das Wetter um Sankt Urban (25.) sich verhält, so ist's noch viele Tage bestellt Von E. Baur stammt der Hinweis, dass nach besonders warmen letzten Maitagen noch im ersten Junidrittel mit einem Temperatursturz und anschließender kühler Witterung von mehrtägiger Dauer zu rechnen sei.
Bäuerliche Wünsche zielen fast alle auf einen kühlen und nassen Mai ab, was in zahlreichen Sprüchen zum Ausdruck kommt, wie etwa gleich für den 1. Mai: "In der Walpurgisnacht Regen, bringt ein Jahr mit reichem Segen" oder allgemein: "Mai kühl und naß, füllt dem Bauern Scheun und Faß", wie auch "Mairegen auf die Saaten, dann regnets Dukaten", ebenso "Ein kühler Mai wird hoch geacht' und hat stets fruchtbar Jahr gebracht". Diese Erfahrungsregeln decken sich mit den Untersuchungsergebnissen, wonach sich relativ niedrige Maitemperaturen und ausreichende Niederschläge günstig auf die Getreideerträge auswirken.
Im Pflanzenwachstum gelten folgende Mai-Daten für mittlere Höhen lagen Deutschlands als durchschnittlicher phänologischer Phasenbeginn: am 3. Birnblüte, am 5. Laubentfaltung von Rotbuche und großblättriger Linde, am 7. Apfelblüte, am 11. Grünen der kleinblättrigen Linde, am 13. Blüte von Flieder und Roßkastanie, am 30. Wiesenfuchsschwanz- und Himbeerblüte.
Sieben Wochen nach Ostern kann auch Pfingsten - das liebliche Fest - auf 35 verschiedene Daten fallen, am frühesten auf den 10. Mai, am spätesten auf den 13. Juni; eine Zeitspanne, in der der meteorologische Frühling bereits dem Frühsommer weicht. Das nächste, zeitigste Pfingstsonntags-Datum fällt auf den 14. Mai 1989, das späteste auf den 11. Juni 2000. - Hin- und her gerissen zwischen den Wünschen nach sonnigem Pfingstwetter einerseits und für die Vegetation notwendigem Regen andererseits, heißt es nach alten Spruchweisheiten: "Pfingstregen kommt nie gelegen", aber auch "Nasse Pfingsten -fette Weihnachten, helle Pfingsten - dürre Weihnachten" oder" Es regnet Nahrung, wenn es an Pfingsten regnet".

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