Startseite

Neuigkeiten

Messwerte (live)

Messwerte (live+Statistik)

Archiv (Wetterdaten)

Archiv (Statistiken)

Wetterbeschreibungen

Wettermeldungen weltweit

Wettermeldungen aus Europa

Stationen in Baden-Württemberg

Ehingen

Glatzkopp

Bremen Aumund

Niederlemp

Messwerte

Wetterzentrale

Unwetterzentrale

Wasserstände

Vorhersage










Wetter und Witterung einzelner Monate


Hier können Sie Erläuterungen zu Wetter und Witterung einzelner Monate nachlesen.

Januar  Februar  März  April  Mai  Juni  Juli  August  September  Oktober  November  Dezember  

Das Wetter im August

Der Monat August stellt bereits den ausklingenden Hochsommer dar. Da der Wärmeausgleich zwischen dem Kontinent und den Meeren nunmehr vollzogen ist, zeigt auch der Wetterablauf allgemein nicht mehr so sehr den unruhigen, zu Wetterstürzen neigenden Charakter des Juli. Niederschläge und Gewitter lassen auch in Stärke und Häufigkeit nach. Der 8. Monat des Jahres mag seinen vom ersten römischen Kaiser übernommenen Namen (Augustus = der Erhabene) im Hinblick auf das beeindruckende Landschaftsbild im August mit seinen reifenden, auf den Schnitt wartenden Kornfeldern wohl zu Recht tragen. Für den Bauern vergangener Epochen waren Ernting, Erntemond oder Ährenmonat passendere Monatsbezeichnungen.
  
Während nun der Luftdruck über Asien zu steigen, über dem Atlantik zu fallen beginnt, bleibt er über Mitteleuropa ‑ mit dem vieljährigen Berliner August‑Durchschnittswert von 1014 hpa NN ‑ gegenüber dem Vormonat unverändert. Hier dominiert noch die im Juni eingeleitete europäische Monsunströmung, die sich in der großen Häufigkeit von Westwetterlagen bemerkbar macht, die mit einem mittleren Anteil von 38% (8 Tage) am August‑Witterungsgeschehen beteiligt sind. Doch bahnt sich bereits die Umstellung auf das im September zu erwartende Maximum an Hochdruckwetterlagen über Mitteleuropa an.
  
Um etwa 1 °C tiefer als die mittlere Julitemperatur, beträgt die Durchschnitts‑Temperatur des Augustmonates für das Kollektiv der acht deutschen Großstädte Hamburg, Hannover, Berlin, Köln, Leipzig, Frankfurt/M., Stuttgart und München 17,1 °C wobei in der Zuteilung von Augustwärme Stuttgart an erster, Hamburg und München an letzter Stelle stehen. Die Anzahl von sieben "Sommertagen" mit mindestens 25 °C Luftwärme ist für den August im Landesmittel ebenso normal wie ein "Tropentag" mit mindestens 30'C. Das mittlere Tages Maximum der Temperatur beträgt 22 °C das mittlere Tages‑Minimum 13 °C Als mittlere Höchst‑ und Tiefsttemperaturen des Monats sind 29 und 8 °C normal. In absoluten Werten können die Augusttemperaturen (im Schatten und 2 m Höhe) bis nahe 40 °C ansteigen, wie sie mit 39,8 °C am 18. August 1892 in Amberg, Nordbayern gemessen wurde. Ganz selten sinkt die Augusttemperatur im Stadtklima auf 2 °C ab.
  
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge des Augustmonats ist mit 75 mm für die acht Städte, verteilt auf 15 Tage, um etwa 10% geringer als im Juli. Da seit Juli die mittlere Frostgrenze in etwa 3300 m Höhe liegt, tritt mit der im Hochgebirge einsetzenden Gletscherschmelze im August für die süddeutschen Flüsse eine in Trockenzeiten willkommene Verbesserung der Wasserstände ein. Gelegentliche Starkregen können die Monats‑Niederschlagsmengen auf über 200 mm anheben. Für Berlin sei hier die maximale Regenmenge von 202 mm im August 1948 angeführt, wozu der am 14. August gemessene Tagesniederschlag von 125 mm über die Hälfte beitrug. Auch Nürnberg hat am 2. August 1955 mit 110 mm eine bemerkenswert hohe Tages‑Niederschlagsmenge registriert. Meist sind derartige Starkregenfälle an Gewitter gebunden, die im August in der Regel an 5 bis 6 Tagen auftreten.
   Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt im Landesdurchschnitt und Tagesmittel 73%, um 14 Uhr 59%. Der mittlere Wasserdampfdruck von 10,8 mm Hg (14,4 hpa) ist gegenüber dem Vormonat nur wenig niedriger. Die Anzahl von zeitweilig schwülen Tagen, an denen der Dampfdruck 14 mm Hg oder 19 hpa überschreitet, beträgt im August durchschnittlich für Hamburg 5, für Karlsruhe, Freiburg und Mannheim etwa das Doppelte. Über die Häufigkeit der Schwülebelastung, ausgedrückt in Tagen mit mehr als 49 °C Äquivalenttemperatur (Temperatur plus doppeltem Dampfdruck um 14 Uhr) ergibt eine vom Deutschen Wetterdienst durchgeführte Untersuchung folgende mittlere Anzahl von schwülen Tagen pro Jahr: für Karlsruhe 34, Freiburg 32, Mannheim 29, Düsseldorf 29, Frankfurt 28, Koblenz, Trier und Würzburg 26, Bonn 24, Stuttgart 22, Nürnberg 21, München 20, Hannover 19, Berlin 18 und Lübeck 15.
   Der Schönwetteranteil erreicht in der Regel erst im August seinen sommerlichen Höhepunkt. Besonders dem deutschen Mittelgebirge bringt der August infolge abnehmender Haufenwolkenbildung eine Zunahme an heiteren Abschnitten. Flachland und Bergland weisen daher im August annähernd die gleiche durchschnittliche Sonnenscheindauer auf, die im Landesmittel 200 Stunden beträgt, was einer Tages Sonnenscheindauer von 6,5 Stunden entspricht. Als deutscher August Rekordwert gelten 334 Sonnenstunden, registriert in Höchenschwand im Schwarzwald im Jahre 1962. Zum Vergleich hier die normale August‑Sonnenscheindauer von Rom mit 320, von Lissabon mit 350 und von Athen mit 380 Stunden.
   Die mittlere Bewölkungsmenge nimmt über Deutschland im August einen Anteil von 59% der sichtbaren Hirnmelsfläche ein. Ohne Sonnenschein bleiben in der Regel 1 bis 2 Augusttage.
   Die Mittagssonne steht im August schon um rund 10° tiefer über dem Südhorizont als zur Zeit der Sommer‑Sonnenwende im Juni. Dauerte der lichte Tag am 21. Juni in Berlin 17 Stunden und 18 Minuten, bei einer bürgerlichen Dämmerungsdauer von 50 Minuten, so jetzt, 2 Monate später, am 2 1. August, 14 Stunden und 22 Minuten, mit 38 Minuten Dämmerung. In Süddeutschland (Regensburg, 49° Breite) verkürzen sich die entsprechenden Zeiten von 16 Stunden, 13 Minuten auf 14 Stunden, 7 Minuten. ‑ Aus dem Zeichen des Löwen wandert nun die August‑Sonne in das Zeichen der Jungfrau über.
  Mit dem sich abzeichnenden Ende des Pflanzenwachstums ‑ nur die Heide begeht erst jetzt ihr großes Blütenfest ‑ fließen auch die Bauernregeln spärlicher und beschränken sich auf Wünsche für gutes Erntewetter, wie: "Trockener August ist des Bauern Lust" oder "August ohne Feuer macht das Brot teuer",‑ spezieller heißt es: "Lorenz (10.) muß heiß sein, soll guter Wein sein" ' Der gleiche Heilige gibt seinen Namen her für den jährlich vom 8. bis 14. August aus dem Sternbild Perseus ausstrahlenden Stemschnuppenschwarm, als "Laurentiustränen" gedeutet. "Sankt Lorenz kommt in finsterer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht. " Da sind noch die beiden August‑Lostage Mariä Himmelfahrt (15.) und Bartholomäustag (24.), die im Sprichwort gern in Zusammenhang mit der kommenden Herbstwitterung gebracht werden, was sich so liest: " Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag" und "Bartholomäi hats Wetter parat für den Herbst bis zur Saat
    
Der Monat August beginnt in den meisten Jahren mit einer Schönwetterperiode, die auch gewöhnlich im ersten Monatsdrittel beherrschend bleibt, mit Wärmespitzen um den 6. August. Auffallend hierbei ist die Tatsache, dass die eigentlichen "Hundstage", also die heißesten Tage, seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nicht mehr Anfang August, sondern meist schon um die Julimitte auftreten. Im weiteren Verlauf, bevorzugt vom 15. bis 23. August, besteht wieder die Neigung zu wechselhaftem Westwetter, bei dem die vom Atlantik ostwärts driftenden Tiefdruckwirbel mit ihren Warm‑ und Kaltfronten Mitteleuropa wiederholt streifen. In den letzten Augusttagen breitet sich häufig hoher Luftdruck von den Azoren ostwärts aus und leitet damit in Deutschland oft eine spätsommerliche Schönwetterlage ein. Der jahreszeitlich bedingte Temperaturrückgang gegen Monatsende ist im Spruch geläufig: "Um die Zeit von Augustin (28.) ziehn die warmen Tage hin‑.
  
Der phänologische Kalender des Augustmonates nennt für mittlere Höhenlagen folgenden Phasenbeginn, der sich auf den vieljährigen Durchschnitt bezieht: Ernte der Sommergerste am 1., Heidekraut‑Blüte am 5., Winterweizen‑Ernte am 8., Haferernte am 9., Grummeternte (2. Wiesenschnitt) am 16., Fruchtreife der Frühzwetschge am 19. und Blüte der Herbstzeitlose am 30. August.
   In bioklimatischer Hinsicht nimmt der Monat August eine besondere Stellung ein, weil er neben dem September die geringste Sterblichkeitsrate aufweist. Für die Bundesrepublik Österreich und den Zeitabschnitt 1965 bis 1972 hat F. Hauleitner im August und September je eine Sterberate von durchschnittlich 7,5% gegenüber 9,8% im Januar ermittelt, in Abhängigkeit vom örtlichen Temperatur‑Feuchte‑Milieu. Für Regensburg im Zeitraum 1961 bis 1973 hat K. Rocznik eine mittlere Sterbequote von 7,7% im August und 7,4% im September gegenüber 9,8% im März festgestellt, wobei durch häufige Windstille, Nebelreichtum und starke Luftverschmutzung (austauscharme Wetterlagen) gekennzeichnete Monate überwiegend mit hohen Todesraten, dagegen windreiche Monate meist mit geringen Sterberaten konform gehen.

nach oben